Hund im Flugzeug: ITA Airways erlaubt Hunde bis 30 kg in der Kabine
Kurzantwort: Die Lufthansa-Tochter ITA Airways lässt ab dem 3. August 2026 erstmals Hunde bis 30 Kilogramm ohne Transportbox in der Passagierkabine mitfliegen – gesichert am Geschirr, in einem eigenen Bereich neben dem Halter. Bislang durften bei den meisten Airlines nur Hunde bis rund 8 Kilogramm in die Kabine, alle größeren mussten in den Frachtraum. Der Service startet auf ausgewählten Inlandsflügen und soll später international ausgeweitet werden.
Die Neuregelung in Kürze
- Wer: ITA Airways, die italienische Tochter der Lufthansa Group
- Ab wann: 3. August 2026, Service-Name „Large Dog on Board"
- Wie schwer: ein Hund bis 30 kg in der Business Class, ein weiterer bis 15 kg in der Economy Class – pro Flug
- Ohne Box: keine Transportbox nötig, dafür Pflicht zur Sicherung am Geschirr während des gesamten Flugs
- Wo: zunächst nur bestimmte italienische Inlandsflüge, Ausweitung auf internationale Strecken geplant
- Buchung: kostenpflichtiger Zusatzservice, Reservierung mindestens vier Tage vor Abflug über das Kundenservicezentrum
- Rücksicht: Passagiere mit Hundeangst oder Allergie dürfen den Sitzplatz wechseln
Quellen: Angaben von ITA Airways, Beschluss der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC vom November 2025. Stand: 30. Juli 2026.
Sollen große Hunde in die Flugzeugkabine dürfen?
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Was ITA Airways ab dem 3. August genau ändert
Wer bisher mit einem Labrador, Schäferhund oder Golden Retriever fliegen wollte, hatte in Europa praktisch keine Wahl: Der Hund musste in den Frachtraum. In der Kabine war nur Platz für kleine Hunde in einer Tasche unter dem Vordersitz – bei den großen Airlines gilt dort seit Jahren eine Obergrenze von rund acht Kilogramm inklusive Tasche. Genau diese Grenze verschiebt ITA Airways jetzt deutlich nach oben.
Der neue Service heißt „Large Dog on Board" und funktioniert anders als alles, was europäische Linienfluggesellschaften bisher angeboten haben. Der Hund reist nicht in einer Box, sondern in einem eigens dafür vorgesehenen Bereich der Kabine – direkt neben seinem Halter. Statt der Transportbox schreibt die Airline eine durchgehende Sicherung am Geschirr vor: Der Hund bleibt während des gesamten Flugs angeschirrt und gesichert.
Die Kontingente sind allerdings bewusst klein gehalten. Pro Flug dürfen in der Startphase maximal zwei größere Hunde mitreisen: einer bis 30 Kilogramm in der Business Class und einer bis 15 Kilogramm in der Economy Class. Wer den Platz haben will, muss früh dran sein – die Buchung läuft nicht nebenbei über die Website, sondern muss mindestens vier Tage vor Abflug über das Kundenservicezentrum reserviert werden. Die Mitnahme ist ein kostenpflichtiger Zusatzservice.
| Merkmal | Bisher (Branchenstandard) | ITA „Large Dog on Board" |
|---|---|---|
| Maximalgewicht Kabine | ca. 8 kg inkl. Tasche | 30 kg (Business) / 15 kg (Economy) |
| Transportbox | Pflicht, geschlossen, unter dem Vordersitz | nicht nötig – Sicherung am Geschirr |
| Platz des Hundes | Tasche vor den Füßen | eigener Kabinenbereich neben dem Halter |
| Plätze pro Flug | meist mehrere kleine Tiere | je ein großer Hund pro Klasse |
| Anmeldefrist | bei Buchung | mindestens 4 Tage vorher, telefonisch |
| Strecken | Kurz- und Mittelstrecke, teils Langstrecke | zunächst ausgewählte Inlandsflüge |
Vergleich der öffentlich kommunizierten Regeln, Stand 30. Juli 2026. Verbindlich sind immer die Angaben der jeweiligen Airline zum Zeitpunkt deiner Buchung.
Wie es zu der Lockerung kam
Dass ein 30-Kilo-Hund neben seinem Menschen im Flugzeug sitzen darf, ist keine spontane Marketing-Idee, sondern das Ergebnis eines mehrstufigen Behördenprozesses. Den Anfang machte ein Testflug von ITA Airways im September 2025. Auf dessen Grundlage lockerte die italienische Luftfahrtbehörde ENAC im November 2025 per Beschluss die Richtlinien für Haustiere in der Kabine – die rechtliche Voraussetzung dafür, dass eine Airline größere Tiere überhaupt außerhalb einer Box befördern darf.
Italien ist damit Vorreiter in Europa. Auch die italienische Fluggesellschaft Aeroitalia führte im Februar 2026 einen Testflug mit größeren Hunden durch, über den die Tageszeitung Corriere della Sera berichtete. Umgesetzt wurde dort bisher nichts: Bei Aeroitalia gelten weiter die alten Regeln. ITA ist also die erste Airline, die aus dem Testbetrieb ein buchbares Produkt macht.
Die Begründung der Airline ist bemerkenswert offen kundenorientiert. ITA verweist auf den Wunsch vieler Passagiere, ihre Tiere auf Reisen mitnehmen zu können. Der deutsche Geschäftsführer Joerg Eberhart formulierte es so: Man habe auf die Wünsche der Kunden gehört und ermögliche ihnen nun das Reisen mit ihren vierbeinigen Begleitern, ohne dass Mensch und Tier getrennt werden müssten.
Genau dieser letzte Punkt – ohne dass Mensch und Tier getrennt werden müssen – ist der Kern der Sache. Und er erklärt, warum die Nachricht bei Hundehaltern so einschlägt.
Warum das für Hundehalter ein Wendepunkt ist
Für Halter kleiner Hunde war Fliegen schon immer machbar. Wer einen Chihuahua, Malteser oder Zwergspitz hat, packt ihn in eine zugelassene Tasche und bucht ihn dazu. Für alle anderen – und das ist die Mehrheit der deutschen Hunde – lief es bisher auf eine unangenehme Entscheidung hinaus: Frachtraum oder gar nicht fliegen.
Der Frachtraum ist technisch gesehen sicher: Er ist beheizt und mit Sauerstoff versorgt. Aber er bedeutet für den Hund Dunkelheit, Lärm, fremde Gerüche, Temperaturschwankungen beim Beladen – und vor allem die Trennung von der Bezugsperson über Stunden. Wer seinen Hund kennt, weiß, welche Belastung das ist. Viele Halter verzichten deshalb komplett auf Flugreisen mit Hund und richten ihren gesamten Urlaub darauf aus.
Die ITA-Regelung verändert diese Rechnung zum ersten Mal grundlegend. Sie signalisiert außerdem etwas Größeres: Wenn eine Behörde und eine Konzern-Airline zeigen, dass große Hunde in der Kabine praktisch funktionieren, wächst der Druck auf andere Länder und Fluggesellschaften nachzuziehen. ITA selbst hat bereits angekündigt, den Service nach der ersten Phase schrittweise auf weitere Inlandsflüge und später auf internationale Strecken auszuweiten.
Realistisch bleiben: Aktuell handelt es sich um zwei Hundeplätze pro Flug auf ausgewählten italienischen Inlandsstrecken. Wer diesen Sommer von Deutschland aus mit seinem 25-Kilo-Hund in den Urlaub fliegen will, kann das noch nicht buchen. Die Nachricht ist ein Anfang – kein sofortiger Freifahrtschein.
Welche Airlines Hunde in der Kabine erlauben
Die Regeln unterscheiden sich von Airline zu Airline erheblich – und sie ändern sich. Die folgende Übersicht zeigt die Größenordnungen, an denen du dich orientieren kannst. Verbindlich ist immer die Auskunft der Airline zu deinem konkreten Flug.
| Airline | Hund in der Kabine | Gebühr (Richtwert) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| ITA Airways | bis 30 kg (Business), bis 15 kg (Economy), ohne Box | Zusatzservice, kostenpflichtig | ab 3.8.2026, ausgewählte Inlandsflüge, Anmeldung 4 Tage vorher |
| Lufthansa | bis 8 kg inkl. Tasche | ab ca. 60 € pro Strecke | Tasche max. ca. 55 × 40 × 23 cm; kurznasige Rassen im Frachtraum ausgeschlossen |
| Eurowings | bis 8 kg inkl. Tasche | je nach Strecke | nur Kurz- und Mittelstrecke – auf Langstrecken keine Hunde |
| Air France | kleine Hunde in Tasche | ab ca. 70 € (Europa), bis ca. 200 € (Langstrecke) | Preis stark streckenabhängig |
| Aeroitalia | bisher nur kleine Hunde | je nach Tarif | Testflug mit großen Hunden im Februar 2026, Regeln bislang unverändert |
Richtwerte nach öffentlich verfügbaren Angaben, Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Gebühren und Gewichtsgrenzen können sich ändern und je nach Strecke, Buchungsklasse und Saison abweichen – prüfe die Konditionen vor jeder Buchung direkt bei der Airline.
Praxis-Tipp: Rufe bei der Airline an, statt dich nur auf die Website zu verlassen. Die Kontingente für Tiere pro Flug sind klein, oft zweistellig oder kleiner, und werden nicht immer online angezeigt. Wer erst beim Check-in fragt, hat schon verloren – dann ist der Platz weg oder der Hund darf nicht mit.
Kabine oder Frachtraum: die Unterschiede
Solange die neue ITA-Regel nicht flächendeckend gilt, entscheidet vor allem das Gewicht deines Hundes darüber, wie er reist. Die Unterschiede sind erheblich:
| Kabine | Frachtraum | |
|---|---|---|
| Gewicht | meist bis ca. 8 kg inkl. Tasche (ITA künftig mehr) | größere Hunde, Grenzen je nach Airline und Boxmaß |
| Nähe zum Halter | durchgehend beim Menschen | stundenlange Trennung |
| Lärm & Erschütterung | Kabinenniveau | deutlich höher, besonders beim Start |
| Temperatur | konstant, wie für Menschen | beheizt, aber Schwankungen beim Be- und Entladen |
| Kontrolle im Notfall | Halter sieht und hört den Hund | kein Zugriff während des Flugs |
| Kurznasige Rassen | oft erlaubt, aber mit Warnhinweisen | bei vielen Airlines ausgeschlossen |
Die kritischste Phase im Frachtraum ist nicht der Flug selbst, sondern das Warten am Boden: Bis das Flugzeug klimatisiert ist, kann es in der Box heiß werden, besonders im Sommer. Deshalb empfehlen Airlines Flüge in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden und lehnen Transporte bei extremen Temperaturen ganz ab.
Was kostet der Hund im Flugzeug?
Die Mitnahme ist immer ein kostenpflichtiger Zusatzservice – Hunde reisen nie im Freigepäck. Für die Kabine bewegen sich die Gebühren europäischer Airlines im Bereich von rund 60 bis 70 Euro pro Strecke innerhalb Europas; auf Langstrecken kann es deutlich mehr werden, bei Air France beispielsweise bis zu etwa 200 Euro. Frachtraum-Transporte liegen in der Regel höher, weil sie mehr Handling erfordern.
Rechne aber nicht nur mit der Airline-Gebühr. Die echten Kosten einer Flugreise mit Hund setzen sich aus mehreren Posten zusammen:
| Kostenpunkt | Wofür |
|---|---|
| Airline-Gebühr | Mitnahme in Kabine oder Frachtraum, pro Strecke – also doppelt für Hin- und Rückflug |
| Transportbox | zugelassene Tasche oder IATA-konforme Box in passender Größe |
| Tierarztbesuch | Impfstatus prüfen, ggf. Gesundheitszeugnis, Bandwurmbehandlung für bestimmte Länder |
| Mikrochip | falls noch nicht vorhanden – Pflicht für EU-Reisen |
| EU-Heimtierausweis | Ausstellung durch die Tierarztpraxis |
| Vor Ort | hundefreundliche Unterkunft, teils Aufpreis pro Nacht |
| Absicherung | Kranken- und Haftpflichtschutz, der auch im Ausland greift |
Alle Gebühren sind Richtwerte nach öffentlich verfügbaren Angaben und ändern sich regelmäßig – frage vor der Buchung nach dem aktuellen Preis für deine konkrete Strecke.
Transportbox und Tasche: die Anforderungen
Bei der Kabinen-Mitnahme ist die Tasche das entscheidende Nadelöhr. Sie muss unter den Vordersitz passen, und die Maße sind bei den großen Airlines ähnlich: In der Größenordnung von 55 × 40 × 23 Zentimetern liegen etwa Lufthansa und Eurowings. Wichtig ist außerdem die Beschaffenheit: geschlossen, ausbruchsicher, bissfest, wasserundurchlässig und gut belüftet.
Der Praxistest ist einfach: Dein Hund muss in der Tasche stehen, sich drehen und liegen können, ohne sich zu quetschen. Passt er nur gefaltet hinein, ist die Tasche zu klein – und das Bodenpersonal darf die Mitnahme verweigern.
Frachtraum: IATA-konforme Box
Für den Frachtraum gelten die strengeren Vorgaben der IATA Live Animals Regulations. Solche Boxen sind aus festem Hartplastik, haben eine verschraubte Oberschale, eine gesicherte Tür aus Metall, Belüftungsöffnungen auf mehreren Seiten, Abstandhalter außen und Tränkenäpfe innen. Billige Boxen aus dem Baumarkt erfüllen das oft nicht.
Der wichtigste Tipp überhaupt: Kaufe die Box Wochen bis Monate vor der Reise und mache sie zu einem normalen Möbelstück. Erst offen stehen lassen, Leckerlis darin verstecken, Decke mit vertrautem Geruch hineinlegen, dann kurze Zeiten mit geschlossener Tür, später kurze Autofahrten darin. Ein Hund, der die Box als seinen Platz kennt, reist völlig anders als einer, der sie zum ersten Mal am Flughafen sieht.
Papiere, Chip und Impfungen: was der Hund braucht
Ohne die richtigen Dokumente endet die Reise am Check-in – daran ändert auch die neue Kabinenregel nichts. Für Reisen innerhalb der EU brauchst du drei Dinge zwingend:
- Mikrochip: ein Transponder nach ISO-Norm (11784/11785), lesbar mit Standard-Lesegeräten. Er muss vor der Tollwutimpfung gesetzt worden sein, sonst gilt die Impfung dokumentarisch nicht.
- Gültige Tollwutimpfung: Die Erstimpfung wird erst 21 Tage nach der Injektion für Reisen anerkannt. Wer kurzfristig bucht, hat diese Frist schnell verpasst.
- EU-Heimtierausweis: das blaue Heftchen von der Tierarztpraxis, mit Chipnummer, Impfdaten und deinen Daten.
Weil Welpen frühestens mit zwölf Wochen gegen Tollwut geimpft werden dürfen und danach noch 21 Tage vergehen müssen, kann ein Hund praktisch erst ab einem Alter von rund 15 Wochen innerhalb der EU mitfliegen.
Für Reisen in Drittländer und zurück kommen oft weitere Anforderungen hinzu: Gesundheitszeugnisse, Tollwut-Antikörpertests mit langen Wartezeiten, amtliche Bescheinigungen. Diese Fristen können mehrere Monate betragen – kläre sie vor der Flugbuchung, nicht danach.
Häufigster Fehler: Die Tollwutimpfung ist gültig, aber der Chip wurde erst danach implantiert. Formal ist die Impfung dann nicht anerkannt, und die Frist beginnt mit einer Nachimpfung neu. Prüfe die Reihenfolge im Heimtierausweis, bevor du buchst.
Mops, Bulldogge & Co.: warum kurznasige Hunde ein Sonderfall sind
Bei einer Gruppe von Hunden ist Fliegen keine Frage von Komfort, sondern von Leben und Gesundheit: den brachyzephalen, also kurznasigen Rassen. Dazu gehören unter anderem Mops, Französische und Englische Bulldogge, Boxer und Pekinese.
Diese Hunde haben anatomisch verkürzte Atemwege. Schon im Alltag fällt ihnen das Atmen oft schwer, besonders bei Wärme und Aufregung. Im Flugzeug kommen mehrere Belastungen zusammen: Stress, Druckveränderungen und im Frachtraum zusätzlich Wärme – eine Kombination, die zu schwerer Atemnot führen kann.
Die Airlines haben darauf reagiert. Lufthansa und viele weitere Fluggesellschaften schließen brachyzephale Hunde vom Frachtraum-Transport ausdrücklich aus. In der Kabine ist die Mitnahme möglich – dort gilt aber die Gewichtsgrenze von rund acht Kilogramm inklusive Tasche, was viele Bulldoggen und Boxer ausschließt. Lufthansa empfiehlt zudem, kurznasige Hunde gar nicht mitzunehmen, wenn die Temperatur am Abflug- oder Zielflughafen 27 Grad Celsius übersteigt.
Ehrliche Empfehlung: Wenn du eine kurznasige Rasse hast, ist die beste Entscheidung meistens, nicht zu fliegen. Auto, Bahn oder eine gute Betreuung zu Hause sind für diese Hunde die sicherere Wahl. Wer Atemgeräusche im Ruhezustand, schnelle Ermüdung oder Hitzeempfindlichkeit bei seinem Hund kennt, sollte das sehr ernst nehmen – Erkrankungen der Atemwege gehören zu den typischen rassespezifischen Problemen dieser Hunde.
Beruhigungsmittel: warum die Antwort Nein lautet
„Gib ihm doch was zur Beruhigung" ist der am häufigsten gegebene und der schlechteste Rat zum Thema Fliegen mit Hund. Sedierende Mittel dämpfen Kreislauf und Atmung – genau die Funktionen, die bei Druckveränderungen in der Luft ohnehin belastet sind. Zusätzlich beeinträchtigen sie die Fähigkeit des Hundes, sich zu stabilisieren und die Körpertemperatur zu regulieren. Aus diesen Gründen wird von einer Sedierung bei Flugreisen dringend abgeraten.
Was stattdessen hilft, ist unspektakulär, aber wirksam:
- Boxentraining über Wochen – der wirksamste Hebel überhaupt
- Vertrauter Geruch: ein getragenes T-Shirt von dir in der Box
- Auslastung vorher: ein langer Spaziergang statt Aufregung am Morgen
- Leichter Magen: die letzte große Mahlzeit einige Stunden vor Abflug, Wasser aber immer anbieten
- Tierärztliche Beratung im Vorfeld – besonders bei ängstlichen, alten oder vorerkrankten Hunden
Sprich frühzeitig mit deiner Tierarztpraxis. Sie kann beurteilen, ob dein Hund überhaupt flugtauglich ist, und im Einzelfall Alternativen besprechen. Wie du die Praxis erreichst, wenn es schnell gehen muss, und was Behandlungen heute kosten, liest du in unserem Ratgeber zu Tierarztkosten nach GOT.
Vorbereitung: der Zeitplan vom Buchen bis zum Abflug
Die meisten Probleme beim Fliegen mit Hund entstehen nicht am Flughafen, sondern Wochen vorher – durch versäumte Fristen. Dieser Zeitplan hält dich auf der sicheren Seite:
| Zeitpunkt | Was zu tun ist |
|---|---|
| 3–6 Monate vorher | Zielland und Einreisebestimmungen klären. Bei Drittländern mit Antikörpertest kann die Vorlaufzeit mehrere Monate betragen. Tierarzttermin machen und Impfstatus prüfen lassen. |
| 2–3 Monate vorher | Flug buchen und im selben Vorgang den Hund anmelden. Transportbox oder Tasche kaufen und mit dem Boxentraining beginnen. Hundefreundliche Unterkunft sichern. |
| 4–6 Wochen vorher | Tollwutimpfung auffrischen, falls nötig – die 21-Tage-Frist einhalten. Chipnummer im Heimtierausweis gegenprüfen. Versicherungsschutz für das Ausland klären. |
| 1–2 Wochen vorher | Airline anrufen und die Tierbuchung bestätigen lassen. Falls für das Zielland nötig: Termin für Bandwurmbehandlung oder Gesundheitszeugnis im richtigen Zeitfenster legen. |
| Tag vorher | Box mit vertrauter Decke bestücken, Näpfe befestigen, Kontaktdaten und Chipnummer sichtbar an der Box anbringen. Papiere in einer Klarsichthülle ins Handgepäck. |
| Abflugtag | Langer Spaziergang vor der Fahrt zum Flughafen. Letzte große Mahlzeit einige Stunden vorher, Wasser weiter anbieten. Deutlich früher am Flughafen sein als ohne Hund. |
Was viele vergessen: Die Airline-Gebühr fällt pro Strecke an – rechne also mit dem doppelten Betrag für Hin- und Rückflug. Und: Auch der Rückflug braucht eine eigene Tierbuchung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Halter am Zielort feststellen, dass für den Rückweg kein Tierplatz mehr frei ist.
Am Flughafen und im Flug: so läuft es ab
Vor dem Abflug
Plane mehr Zeit ein als üblich. Der Check-in mit Tier läuft meist nicht am Automaten, sondern am Schalter – dort werden Papiere geprüft, das Gewicht mit Tasche kontrolliert und die Tierbuchung bestätigt. Bei Frachtraum-Transporten gibt es teils separate Abgabestellen mit eigenen Öffnungszeiten.
Nutze jede Gelegenheit vor der Sicherheitskontrolle, damit dein Hund sich lösen kann. Viele größere Flughäfen haben inzwischen ausgewiesene Hundebereiche, oft im Außenbereich vor dem Terminal. Danach wird es lange dauern, bis die nächste Möglichkeit kommt.
An der Sicherheitskontrolle muss dein Hund in der Regel aus der Tasche genommen werden – die Tasche läuft durch das Röntgengerät, den Hund trägst oder führst du durch die Kontrolle. Ein sicher sitzendes Geschirr mit kurzer Leine ist hier Gold wert: Der Moment ist laut, hektisch und für viele Hunde die stressigste Passage des ganzen Tages.
Während des Flugs
In der Kabine steht die Tasche geschlossen vor deinen Füßen unter dem Vordersitz. Der Hund bleibt darin – Herausnehmen ist während des Flugs nicht erlaubt. Beim neuen ITA-Service liegt der Hund stattdessen in seinem zugewiesenen Bereich neben dir und ist durchgehend am Geschirr gesichert.
Was du tun kannst: ruhig bleiben. Hunde lesen den Zustand ihres Menschen extrem genau. Sprich leise mit ihm, halte eine Hand in Reichweite, vermeide aber hektisches Öffnen und Kontrollieren. Bei längeren Flügen kannst du Wasser anbieten, sobald es die Situation erlaubt.
Start und Landung sind für Hunde am unangenehmsten – Druckveränderung und Motorenlärm fallen zusammen. Manche Hunde gähnen, hecheln oder speicheln dabei stärker; das ist normale Stressreaktion. Anhaltende starke Atemnot, Zittern oder Apathie sind es nicht: Sprich in solchen Fällen das Kabinenpersonal an.
Länder mit Sonderregeln: hier wird es kompliziert
Innerhalb der EU ist Reisen mit Hund vergleichsweise einfach: Chip, Tollwutimpfung, EU-Heimtierausweis – fertig. Einige Länder verlangen jedoch mehr, und ein Land schließt die Kabine ganz aus:
| Ziel | Zusätzlich zu beachten |
|---|---|
| Großbritannien | Keine Haustiere in der Passagierkabine auf regulären Linienflügen – der Hund muss als Fracht reisen. Zusätzlich Bandwurmbehandlung und Einreise über zugelassene Routen. |
| Irland, Malta, Finnland, Norwegen | Bandwurmbehandlung gegen Fuchsbandwurm in einem festgelegten Zeitfenster vor der Einreise, dokumentiert im Heimtierausweis. |
| Drittländer außerhalb der EU | Häufig Gesundheitszeugnis, teils Tollwut-Antikörpertest mit mehrmonatiger Vorlaufzeit, amtliche Bescheinigungen und definierte Einreiseflughäfen. |
| Rückreise in die EU | Je nach Herkunftsland eigene Nachweise nötig – die Rückreise ist regelmäßig der aufwendigere Teil und wird bei der Planung oft übersehen. |
| Listenhunde-Länder | Manche Länder verbieten die Einreise bestimmter Rassen komplett oder verlangen Maulkorb und Leine im öffentlichen Raum. |
Übersicht der typischen Anforderungen, Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Maßgeblich sind die aktuellen Vorschriften der Zielländer – prüfe sie vor der Buchung über die offiziellen Stellen.
Ein Sonderfall, der viele überrascht: Wenn dein Hund in Deutschland als Listenhund gilt, sagt das nichts über die Regeln am Urlaubsort aus – und umgekehrt. Welche Rassen in welchem Bundesland betroffen sind und welche Auflagen daraus folgen, haben wir in unserem Ratgeber zu Listenhunden in Deutschland aufgeschlüsselt.
Alternativen: Wann Fliegen nicht die richtige Wahl ist
So erfreulich die ITA-Nachricht ist – für einen Teil der Hunde bleibt Fliegen die schlechteste aller Optionen. Diese drei Alternativen sind oft besser:
🚗
Auto
Volle Kontrolle über Tempo, Pausen und Temperatur. Der Hund bleibt bei seiner Familie, ihr könnt alle zwei Stunden anhalten. Entscheidend ist die Sicherung: Transportbox im Kofferraum oder geprüftes Sicherheitsgeschirr – ein ungesicherter Hund wird bei einer Notbremsung zum Geschoss für alle Insassen.
🚆
Bahn
In Deutschland fahren Hunde unkompliziert mit, größere Hunde mit Fahrkarte, Maulkorb und Leine je nach Beförderungsbedingungen. Kein Frachtraum, keine Trennung, Bewegung auf dem Gang möglich. Für viele europäische Ziele die entspannteste Variante.
🏡
Betreuung zu Hause
Nicht jeder Hund will mit. Ältere Hunde, sehr ängstliche Tiere und kurznasige Rassen sind in vertrauter Umgebung bei einer bekannten Betreuungsperson deutlich besser aufgehoben als auf einer Flugreise – auch wenn der Abschied schwerfällt.
Die ehrliche Frage vor jeder Buchung lautet nicht „Kann ich meinen Hund mitnehmen?", sondern „Ist die Reise für ihn gut?". Ein zweiwöchiger Strandurlaub bei 35 Grad ist für viele Hunde kein Vergnügen, egal wie komfortabel der Flug war.
Versicherungsschutz auf Reisen: zwei Dinge, die zusammengehören
Beim Reisen mit Hund gibt es zwei völlig verschiedene Risiken – und für jedes eine eigene Versicherung. Wer nur eine von beiden hat, hat eine Lücke.
Wenn dein Hund selbst krank wird oder sich verletzt
Ein verdorbener Magen im Süden, eine Schnittwunde am Strand, ein Zeckenbiss mit Folgen: Behandlungen im Ausland zahlst du in der Regel vor Ort selbst und reichst sie anschließend ein. Prüfe deshalb vor der Reise zwei Punkte in deinem Vertrag: Welche Länder sind abgedeckt und wie lange gilt der Schutz bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten? Viele Tarife leisten weltweit oder europaweit für einen begrenzten Zeitraum.
Wenn du noch keinen Schutz hast: Die Hundekrankenversicherung mit Versichertenkarte übernimmt Tierarztkosten bei Krankheit und Unfall – in Deutschland mit Direktabrechnung in über 20.000 Praxen, sodass du nichts vorstrecken musst. Der von uns vermittelte Barmenia-Tarif wurde von Stiftung Warentest (Finanztest 05/2025) mit „Sehr gut (1,3)" bewertet. Seit der GOT-Reform im November 2022 liegen die Behandlungspreise im Schnitt rund 20 Prozent höher, im Notdienst ist bis zum vierfachen Gebührensatz zulässig – ein Grund mehr, das nicht dem Zufall zu überlassen. Wer nur die großen Eingriffe absichern will, findet in der Hunde-OP-Versicherung den günstigeren Einstieg.
Wenn dein Hund einen Schaden anrichtet
Der zweite Fall wird beim Fliegen besonders relevant: Dein Hund beißt in der Enge der Kabine einen Mitreisenden, zerkratzt Inventar oder bringt am Flughafen jemanden zu Fall. Dafür haftest du nach § 833 BGB verschuldensunabhängig und unbegrenzt mit deinem Privatvermögen – auch im Ausland. Genau hier greift die Hundehaftpflichtversicherung: Sie deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, ist bei den meisten Tarifen auch auf vorübergehenden Auslandsreisen wirksam und schließt Mietsachschäden in Hotel und Ferienwohnung mit ein. Über Vetprotect24 kostet der Barmenia-Tarif 4,53 Euro im Monat, deckt bis 10 Millionen Euro und gilt für alle Rassen ohne Zuschlag.
In sieben Bundesländern ist die Hundehaftpflicht ohnehin gesetzliche Pflicht – welche das sind und was bei Reisen dorthin gilt, steht in unserer Übersicht zur Hundehaftpflicht-Pflicht nach Bundesland.