Hüftdysplasie beim Hund: Symptome, Behandlung und Kosten

Kurzantwort: Hüftdysplasie beim Hund ist eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks: Der Oberschenkelkopf passt nicht optimal in die Hüftpfanne, das Gelenk wird instabil. Typische Symptome sind Steifheit nach Ruhe, Humpeln und Probleme beim Aufstehen. Die Diagnose erfolgt per Röntgen; behandelt wird je nach Schweregrad konservativ oder operativ.

Hüftdysplasie (HD) ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen bei Hunden – besonders bei mittelgroßen und großen Rassen wie Labrador Retriever, Deutschem Schäferhund oder Berner Sennenhund. In diesem Ratgeber erfährst du, wie HD entsteht, an welchen Symptomen du sie je nach Alter erkennst, wie der Tierarzt die Diagnose stellt und welche konservativen und operativen Behandlungswege es gibt. Außerdem klären wir, was der Versicherungsschutz bei dieser rassespezifischen Erkrankung leistet – und warum die Wartezeit dabei entscheidend ist.

Was ist Hüftdysplasie (HD) beim Hund?

Die Hüftdysplasie beim Hund – kurz HD – ist eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Bei einem gesunden Hund sitzt der Oberschenkelkopf fest und passgenau in der Hüftpfanne. Bei betroffenen Hunden stimmt diese Passform nicht: Der Oberschenkelkopf hat zu viel Spiel, das Gelenk wird instabil.

Diese Instabilität bleibt nicht folgenlos. Bei jeder Bewegung reibt und ruckelt das Gelenk, der Gelenkknorpel wird ungleichmäßig belastet und nutzt sich ab. Mit der Zeit entstehen daraus:

  • Entzündungen im Gelenk, die Schmerzen verursachen
  • Knorpelverschleiß, der die Gleitfähigkeit des Gelenks verschlechtert
  • Arthrose, also dauerhafte, nicht mehr umkehrbare Gelenkveränderungen

Die Lebensqualität des Hundes kann dadurch erheblich eingeschränkt werden – vom zögerlichen Treppensteigen bis hin zu chronischen Schmerzen. Wichtig zu wissen: HD verläuft schleichend. Viele Hunde zeigen erst deutliche Beschwerden, wenn die Gelenkveränderungen schon fortgeschritten sind. Genau deshalb lohnt es sich, die frühen Anzeichen zu kennen und bei Verdacht nicht zu warten.

Die Erkrankung wird in Schweregrade eingeteilt – von leichten Formen, die sich gut konservativ managen lassen, bis zu schweren Formen, bei denen eine Operation die beste Option sein kann. Welche Behandlung sinnvoll ist, entscheidet der Tierarzt anhand von Röntgenbildern und dem individuellen Beschwerdebild.

Ursachen: Wie entsteht HD und welche Rolle spielt die Vererbung?

Hüftdysplasie beim Hund hat sowohl genetische als auch umweltbedingte Ursachen. Die Veranlagung wird vererbt – ob und wie stark sie sich ausprägt, hängt aber auch von Aufzucht, Ernährung und Belastung ab.

Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick:

  • Erbliche Veranlagung: HD wird oft von den Eltern an die Welpen weitergegeben. Deshalb lassen seriöse Züchter ihre Zuchthunde röntgen und schließen belastete Tiere von der Zucht aus.
  • Schnelles Wachstum im Welpenalter: Ein unausgewogenes, zu schnelles Wachstum kann die Fehlstellung der Hüfte verstärken – vor allem bei großen Rassen.
  • Übergewicht: Zu hohes Körpergewicht belastet die Gelenke zusätzlich und verschlimmert die Symptome.
  • Falsche Ernährung: Ein Mangel oder Überschuss an bestimmten Nährstoffen kann die Knochenentwicklung negativ beeinflussen.
  • Übermäßige Belastung im jungen Alter: Zu viel Sport, wildes Springen oder zu frühes, häufiges Treppensteigen können die Hüftentwicklung verschärfen.

Für dich als Halter heißt das: Die Genetik kannst du nicht ändern – die Umweltfaktoren aber sehr wohl. Eine ausgewogene Ernährung, kontrolliertes Wachstum und angepasste Bewegung im ersten Lebensjahr sind die wichtigsten Stellschrauben, um das Risiko zu senken oder den Verlauf abzumildern.

Welche Rassen sind besonders häufig betroffen?

Hüftdysplasie tritt besonders häufig bei mittelgroßen bis großen Hunderassen auf. Der Grund: Große, schwere Hunde wachsen schnell, und ihre Hüftgelenke müssen früh viel Gewicht tragen – eine ungünstige Kombination, wenn eine erbliche Veranlagung vorliegt.

Zu den Rassen mit erhöhter HD-Neigung gehören unter anderem:

  • Labrador Retriever – einer der beliebtesten Familienhunde, leider mit bekannter HD-Veranlagung
  • Deutscher Schäferhund – die Rasse, bei der HD besonders intensiv erforscht und in der Zucht bekämpft wird
  • Berner Sennenhund – als großer, schwerer Hund doppelt belastet
  • Weitere große und schwere Rassen sowie deren Mischlinge

Wichtig: Auch Mischlinge können HD entwickeln, wenn entsprechende Rassen in ihnen stecken. Und umgekehrt bedeutet die Zugehörigkeit zu einer Risikorasse nicht automatisch, dass dein Hund erkrankt – gute Zucht, gesunde Aufzucht und Gewichtskontrolle machen einen großen Unterschied.

Für Halter von Risikorassen ist das Thema auch bei der Absicherung relevant: Viele Versicherer behandeln HD als rassespezifische Erkrankung mit eigenen Wartezeiten. Was das konkret bedeutet, liest du weiter unten im Abschnitt zum Versicherungsschutz. Wenn du einen Welpen einer Risikorasse hast, lohnt sich ein früher Blick auf die Absicherung – je jünger und gesünder der Hund beim Abschluss, desto unkomplizierter der Schutz.

Symptome: Woran erkennst du HD in jedem Alter?

Die Symptome einer Hüftdysplasie treten oft schleichend auf und variieren je nach Schweregrad und Lebensphase des Hundes.

Junge Hunde (Welpen und Junghunde)

Schon im Wachstum können erste Anzeichen auffallen: ein unrundes, wackeliges Gangbild der Hinterhand, Unlust beim Toben, häufiges Hinsetzen bei Spaziergängen oder der typische „Kaninchensprung“, bei dem beide Hinterbeine gleichzeitig abgestoßen werden. Viele junge Hunde kompensieren die Instabilität aber noch gut über die Muskulatur.

Erwachsene Hunde

Im mittleren Alter zeigen sich häufig:

  • Steifheit und Schmerzen nach Ruhepausen, die sich beim „Einlaufen“ bessern
  • Humpeln oder ein unrundes Gangbild
  • Probleme beim Aufstehen oder Hinlegen
  • Vermeidung von Bewegung, etwa Treppensteigen oder Springen ins Auto

Ältere Hunde

Bei fortgeschrittener HD entwickelt sich häufig eine Arthrose mit chronischen Schmerzen: Die Hinterbeine wirken schwach oder zittrig, der Hund entlastet die Hinterhand und setzt verstärkt die Vorderbeine ein – erkennbar an einer kräftigen Brust- und schwacher Oberschenkelmuskulatur. Die Bewegungsfreude nimmt deutlich ab.

Ähnliche Symptome können übrigens auch andere Ursachen haben, etwa Rückenprobleme. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zu Bandscheibenvorfällen beim Hund. Umso wichtiger ist eine saubere tierärztliche Abklärung.

Diagnose: Wie wird Hüftdysplasie beim Hund festgestellt?

Die Diagnose der Hüftdysplasie erfolgt durch eine Kombination aus körperlicher Untersuchung und bildgebender Diagnostik.

Schritt 1 – Klinische Untersuchung: Der Tierarzt beobachtet zunächst das Gangbild deines Hundes und prüft durch gezielte Bewegungen die Beweglichkeit, Stabilität und Schmerzhaftigkeit der Hüftgelenke. Auch die Muskulatur der Hinterhand gibt Hinweise: Eine abgebaute Oberschenkelmuskulatur spricht für eine länger bestehende Entlastung.

Schritt 2 – Röntgen: Die entscheidende Untersuchung ist die Röntgenaufnahme der Hüfte. Sie zeigt, wie gut der Oberschenkelkopf in die Hüftpfanne passt, wie tief die Pfanne ausgeformt ist und ob bereits arthrotische Veränderungen bestehen. Für eine aussagekräftige Aufnahme wird der Hund in der Regel sediert, damit er exakt gelagert werden kann.

Schritt 3 – Ergänzende Diagnostik: Bei jungen Hunden mit HD-Verdacht kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. In komplexen Fällen oder zur OP-Planung kommen weitere bildgebende Verfahren infrage.

Je früher die Hüftdysplasie erkannt wird, desto besser lassen sich Gegenmaßnahmen ergreifen, um das Fortschreiten zu verlangsamen – etwa gezielter Muskelaufbau, Gewichtsmanagement und angepasste Bewegung. Auch die offizielle HD-Beurteilung für Zuchthunde basiert auf standardisierten Röntgenaufnahmen. Was Diagnostik beim Tierarzt generell kostet und wie sich die Preise zusammensetzen, liest du weiter unten im Abschnitt zu den Kosten.

Konservative Behandlung: Was hilft ohne Operation?

Nicht jeder Hund mit Hüftdysplasie muss operiert werden. Gerade bei leichten bis mittleren Formen lässt sich mit einer konsequenten konservativen Therapie oft eine gute Lebensqualität erhalten. Die wichtigsten Bausteine:

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Sie reduzieren Schmerzen und Schwellungen im Gelenk. Der Tierarzt legt Wirkstoff und Dosierung individuell fest – bitte niemals eigenmächtig Humanmedikamente geben.
  • Physiotherapie: Spezielle Übungen stärken die Muskulatur rund um das Hüftgelenk und entlasten es dadurch. Eine kräftige Hinterhandmuskulatur wirkt wie ein natürliches Stützkorsett.
  • Gewichtsreduktion: Ein schlanker Hund hat deutlich weniger Belastung auf den Hüften. Gewichtsmanagement ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die du selbst in der Hand hast.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Glucosamin und Chondroitin unterstützen die Gelenke und können den Knorpelabbau verlangsamen.
  • Angepasste Bewegung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewegung – etwa mehrere kürzere Spaziergänge statt einer langen Tour – hält das Gelenk beweglich, ohne es zu überlasten. Abruptes Stoppen, wildes Springen und Rennen auf hartem Untergrund solltest du vermeiden.

Die konservative Therapie ist eine Dauermaßnahme: Sie heilt die HD nicht, kann aber Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen. Regelmäßige Kontrolltermine helfen, die Behandlung anzupassen, bevor sich die Beschwerden verschlechtern.

Operative Behandlung: Diese OP-Verfahren gibt es

In schweren Fällen – oder wenn die konservative Therapie nicht mehr ausreicht – kann eine Operation notwendig sein. Welches Verfahren infrage kommt, hängt vom Alter des Hundes, dem Schweregrad der HD und dem Zustand des Gelenks ab.

OP-VerfahrenPrinzipTypischer Einsatz
BeckenosteotomieDas Becken wird chirurgisch neu ausgerichtet, um den Oberschenkelkopf besser in der Hüftpfanne zu positionieren.Junge Hunde, bei denen noch keine ausgeprägte Arthrose besteht
FemurkopfresektionDer Oberschenkelkopf wird entfernt; es bildet sich ein bindegewebiges „Ersatzgelenk“. Die schmerzhafte Reibung entfällt.Vor allem kleinere und leichtere Hunde mit starken Schmerzen
HüftgelenksprotheseDas geschädigte Gelenk wird durch ein künstliches Hüftgelenk ersetzt.Sehr starke Gelenkschäden, häufig bei großen Hunden

Jedes Verfahren hat eigene Voraussetzungen, Risiken und Nachsorge-Anforderungen. Nach der OP folgt in der Regel eine mehrwöchige Schonphase mit kontrolliertem Bewegungsaufbau, oft begleitet von Physiotherapie. Die Wahl der richtigen Behandlung solltest du immer individuell mit dem Tierarzt oder einer spezialisierten Klinik besprechen – inklusive einer realistischen Einschätzung, was der Eingriff für die Lebensqualität deines Hundes bringen kann.

Was kostet eine HD-Behandlung? Der GOT-Rahmen

Die Kosten einer HD-Behandlung lassen sich nicht pauschal beziffern – sie hängen vom gewählten Verfahren, vom Aufwand und vom abgerechneten Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab. Ein paar verlässliche Orientierungspunkte gibt es aber:

  • Mit der GOT-Reform im November 2022 sind die Tierarztpreise im Schnitt um rund 20 % gestiegen.
  • Tierärzte dürfen je nach Aufwand den einfachen bis dreifachen GOT-Satz berechnen – im Notdienst bis zum 4-fachen Satz. Dieselbe OP kann dadurch sehr unterschiedlich teuer ausfallen.
  • Wie teuer orthopädische Eingriffe real werden, zeigen Beispielrechnungen aus dem Stiftung-Warentest-Vergleich (Finanzen 05/2025): eine Kreuzbandriss-OP mit 3.803 €, eine Bandscheiben-OP mit 5.041 €. Ein MRT schlug dort schon mit 700 € zu Buche – zum einfachen GOT-Satz.

Bei einer HD kommen neben der eigentlichen OP oft weitere Posten zusammen: Röntgen und Sedierung für die Diagnose, Narkose, stationäre Aufnahme, Medikamente, Nachkontrollen und Physiotherapie. Auch eine rein konservative Therapie verursacht laufende Kosten über Jahre – je nach Praxis und GOT-Satz.

Wie der GOT-Satz genau funktioniert und was er für deine Rechnung bedeutet, erklären wir in unserem FAQ zum GOT-Satz. Einen Überblick über typische Behandlungspreise gibt der Ratgeber Tierarztkosten.

Vorbeugung: So senkst du das HD-Risiko deines Hundes

Obwohl die Hüftdysplasie genetisch bedingt ist, kannst du das Risiko und die Ausprägung mit einigen Maßnahmen deutlich beeinflussen:

  • Welpen aus HD-freien Zuchtlinien wählen: Seriöse Züchter lassen ihre Zuchthunde röntgen und offiziell auf HD beurteilen. Frag beim Kauf gezielt nach den HD-Befunden der Elterntiere – ein guter Züchter zeigt sie dir ohne Zögern.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Fütterung mit Gelenknährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Glucosamin und Chondroitin fördert die Hüftgesundheit. Bei großen Rassen ist im Wachstum besonders wichtig, dass der Welpe nicht zu schnell zunimmt.
  • Moderate Bewegung im ersten Lebensjahr: Vermeide zu intensiven Sport, lange Joggingrunden, wiederholtes Treppensteigen und wilde Sprünge, solange die Gelenke noch im Wachstum sind. Freies Spiel auf weichem Untergrund ist dagegen erwünscht – es baut Muskulatur auf.
  • Gewichtskontrolle ein Hundeleben lang: Ein gesundes Körpergewicht reduziert die Belastung auf die Hüften – beim Welpen ebenso wie beim Senior. Taste regelmäßig die Rippen: Sie sollten spürbar, aber nicht sichtbar sein.

Tipps zur passenden Fütterung findest du in unserem Ratgeber zur gesunden Ernährung für Hunde (oben im Abschnitt zu den Ursachen verlinkt). Und auch wenn du alles richtig machst: Eine Garantie gibt es bei einer erblichen Erkrankung nicht – umso wichtiger ist die finanzielle Absicherung für den Fall der Fälle.

Versicherungsschutz bei HD: Warum die Wartezeit entscheidend ist

Hüftdysplasie ist für Versicherer eine sogenannte rassespezifische Erkrankung – also eine Erkrankung, für die bestimmte Rassen erblich anfällig sind. Dafür gelten in vielen Tarifen besondere Wartezeiten, die deutlich länger sind als die übliche Wartezeit für Krankheiten.

Bei den über Vetprotect24 vermittelten Barmenia-Tarifen sieht das konkret so aus:

  • Unfälle: ohne Wartezeit versichert
  • Krankheiten allgemein: 1 Monat Wartezeit
  • Rassespezifische Erkrankungen wie HD: 6 Monate Wartezeit im Tarif Premium Plus – gegenüber 18 Monaten im Tarif Premium

Gerade für Halter von Labrador, Schäferhund, Berner Sennenhund und anderen Risikorassen ist dieser Unterschied bares Geld wert: Zeigt dein Hund im zweiten Lebensjahr erste HD-Symptome, entscheidet die Tarifwahl darüber, ob die Behandlung erstattet wird. Wichtig außerdem: Bereits diagnostizierte oder erkennbare Erkrankungen lassen sich nicht rückwirkend versichern – deshalb gilt: je früher der Abschluss, desto besser, idealerweise im Welpenalter.

Wenn du vor allem das OP-Risiko absichern möchtest, ist eine Hunde-OP-Versicherung ab 8,50 € im Monat der günstige Einstieg; den Rundum-Schutz bietet die Hundekrankenversicherung ab 16 € monatlich. Einen Überblick über Tarife mit kurzen Wartezeiten gibt unser Wartezeiten-Vergleich.

Leben mit HD: Alltag, Prognose und was du selbst tun kannst

Die Diagnose Hüftdysplasie ist kein Grund zur Panik: Viele Hunde leben mit angepasstem Management lange und gut mit der Erkrankung. Entscheidend ist, dass du den Alltag konsequent hüftfreundlich gestaltest.

Das kannst du im Alltag tun:

  • Rutschfeste Böden: Teppiche oder Läufer auf glatten Fliesen und Parkett verhindern, dass die Hinterhand wegrutscht.
  • Rampen statt Sprünge: Eine Rampe fürs Auto und ein Tabu für Sprünge vom Sofa entlasten die Gelenke spürbar.
  • Warme, weiche Liegeplätze: Kälte und Zugluft verstärken die Steifheit – ein gut gepolstertes Bett hilft.
  • Gleichmäßige Bewegung: Mehrere kurze Spaziergänge pro Tag sind besser als eine lange Tour am Wochenende. Schwimmen ist ideal, weil es die Muskulatur ohne Gelenkbelastung trainiert.
  • Gewicht im Blick behalten: Jedes überflüssige Kilo belastet die Hüfte zusätzlich.

Beobachte deinen Hund aufmerksam: Verschlechtert sich das Gangbild, steht er schwerer auf oder mag er Bewegungen plötzlich nicht mehr, gehört das zeitnah tierärztlich abgeklärt. Schmerztherapie und Behandlungsplan müssen im Verlauf immer wieder angepasst werden.

Mit früher Diagnose, konsequentem Management und – wenn nötig – der passenden Operation haben viele HD-Hunde eine gute Prognose. Und mit der richtigen Absicherung im Rücken kannst du Behandlungsentscheidungen medizinisch treffen, nicht nach Kassenlage: Berechne am besten gleich deinen Beitrag.

Häufige Fragen

Was ist eine Hüftdysplasie beim Hund?

Hüftdysplasie (HD) ist eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks: Der Oberschenkelkopf passt nicht optimal in die Hüftpfanne, das Gelenk wird instabil. Mit der Zeit führt das zu Entzündungen, Knorpelverschleiß und Arthrose. HD tritt besonders häufig bei mittelgroßen bis großen Rassen wie Labrador oder Deutschem Schäferhund auf.

Welche Symptome zeigt ein Hund mit Hüftdysplasie?

Typische Anzeichen sind Steifheit nach Ruhepausen, Humpeln oder ein unrundes Gangbild, Probleme beim Aufstehen und Hinlegen sowie Vermeidung von Treppensteigen und Springen. Die Hinterbeine wirken oft schwach oder zittrig, und der Hund verlagert das Gewicht verstärkt auf die Vorderbeine. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend.

In welchem Alter zeigt sich Hüftdysplasie beim Hund?

Erste Anzeichen können schon im Junghundalter auffallen, etwa ein wackeliges Gangbild oder Unlust beim Toben. Viele Hunde kompensieren die Instabilität aber zunächst über die Muskulatur, sodass deutliche Beschwerden erst im Erwachsenenalter auftreten. Bei älteren Hunden dominiert häufig die Arthrose mit chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkung.

Wie wird Hüftdysplasie beim Hund diagnostiziert?

Der Tierarzt prüft zunächst Gangbild und Hüftgelenke durch gezielte Bewegungstests. Die entscheidende Untersuchung ist eine Röntgenaufnahme der Hüfte, meist unter Sedierung, die zeigt, wie gut der Oberschenkelkopf in der Hüftpfanne sitzt. Bei jungen Hunden kann ergänzend eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.

Ist Hüftdysplasie beim Hund heilbar?

Die erbliche Fehlbildung selbst ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Konservativ lassen sich Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen – durch Physiotherapie, Gewichtsmanagement und Medikamente. Operative Verfahren wie die Hüftgelenksprothese können die Gelenkfunktion wiederherstellen und vielen Hunden ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Welche Hunderassen sind besonders von HD betroffen?

Besonders häufig betroffen sind mittelgroße bis große Rassen, darunter Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund und Berner Sennenhund. Auch Mischlinge mit Anteilen dieser Rassen können erkranken, denn die Veranlagung wird vererbt. Beim Welpenkauf solltest du deshalb gezielt auf geröntgte, nachweislich HD-freie Elterntiere aus seriöser Zucht achten.

Muss ein Hund mit Hüftdysplasie immer operiert werden?

Nein. Leichte bis mittlere Formen lassen sich oft konservativ managen – mit Schmerzmitteln, Physiotherapie, Gewichtsreduktion und Gelenknährstoffen wie Glucosamin und Chondroitin. Eine Operation kommt vor allem bei schweren Verläufen infrage oder wenn die konservative Therapie die Schmerzen nicht mehr ausreichend lindert. Die Entscheidung triffst du gemeinsam mit dem Tierarzt.

Was kostet eine HD-Operation beim Hund?

Das hängt vom Verfahren, dem Aufwand und dem GOT-Satz ab – im Notdienst darf bis zum 4-fachen Satz berechnet werden. Zur Orientierung: Reale orthopädische OP-Rechnungen aus dem Stiftung-Warentest-Vergleich lagen bei 3.803 € (Kreuzbandriss) bis 5.041 € (Bandscheiben-OP); ein MRT kostete 700 € zum einfachen Satz.

Zahlt die Hundekrankenversicherung bei Hüftdysplasie?

Ja, sofern die HD nicht schon vor Vertragsbeginn bestand und die Wartezeit abgelaufen ist. Wichtig: HD gilt als rassespezifische Erkrankung – bei den Barmenia-Tarifen beträgt die Wartezeit dafür 6 Monate im Premium Plus bzw. 18 Monate im Premium. Ein früher Abschluss im Welpenalter ist deshalb klar im Vorteil.

Wie kann ich Hüftdysplasie bei meinem Hund vorbeugen?

Wähle einen Welpen aus HD-freier Zuchtlinie und achte auf kontrolliertes Wachstum: ausgewogene Ernährung, keine Überversorgung, moderate Bewegung ohne intensive Sprünge im ersten Lebensjahr. Lebenslang wichtig ist die Gewichtskontrolle, denn jedes überflüssige Kilo belastet die Hüftgelenke zusätzlich und verschlimmert bestehende Beschwerden.

Welche Bewegung ist bei Hüftdysplasie gut für den Hund?

Gleichmäßige, gelenkschonende Bewegung ist ideal: mehrere kürzere Spaziergänge statt einer langen Tour, freies Laufen auf weichem Untergrund und Schwimmen zum Muskelaufbau ohne Gelenkbelastung. Vermeiden solltest du abruptes Stoppen, wildes Springen, lange Joggingrunden und häufiges Treppensteigen – das gilt besonders für junge Hunde im Wachstum.

Vererbt sich Hüftdysplasie beim Hund immer?

HD wird erblich veranlagt und oft von den Eltern an die Welpen weitergegeben – ob und wie stark sie sich ausprägt, beeinflussen aber auch Ernährung, Wachstumstempo, Gewicht und Belastung im Welpenalter. Deshalb röntgen seriöse Züchter ihre Zuchttiere und schließen belastete Hunde von der Zucht aus.

Antonio Vella · Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK), Bachelor Professional · Gründer und Geschäftsführer von Vetprotect24, Dogprotect24 und Catprotect24

Ausgebildet bei der Barmenia Krankenversicherung, seit 2019 selbstständiger Spezialmakler für Tierkrankenversicherungen – über 70.000 versicherte Tiere, Trustpilot 4,8. Als Tierschutz-Advokat bekannt aus RTL, BILD und Süddeutscher Zeitung. Die Redaktion prüft alle Inhalte auf fachliche Richtigkeit.